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IAW18: Input, Insights und Networking

27.06.2018


© Frederick Sams

Dornbirn – Vor fünf Jahren startete die Interactive West mit der Mission, einen digitalen „Seelenort” in Vorarlberg zu schaffen. Am Dienstag zeigte die größte Digitalkonferenz im Bodenseeraum eindrücklich und mit neuem Besucherrekord: Mission accomplished!

Rund 800 Teilnehmer erlebten gestern im Dornbirner Messequartier einen höchst interessanten Tag – prall gefüllt mit Inputs und Insights zu neuesten digitalen Trends und Entwicklungen. Auch Spaß, Action und das leibliche Wohl kamen nicht zu kurz bei lockerem Networking in den Pausen, einem Drohnen-Hindernisparcour, feinem Catering und einer chilligen After Party mit Electronic Beats. In der AREAX präsentierten lokale Start-ups, Unternehmen und Initiativen ihre kreativen digitalen Ideen.

Umgang mit Hass im Netz
Ein ernstes Thema – Hass im Netz und wie man ihm begegnet – thematisierte der erste Speaker, der deutsche Journalist Richard Gutjahr. Er lernte die Schattenseiten von Social Media am eigenen Leib kennen, nachdem er live über die Attentate in Nizza und München berichtet hatte, bei denen er zufällig vor Ort gewesen war. Er und seine Familie seien kurz darauf in einen „Shit-Tsunami“ und in den Fokus von Verschwörungstheorien geraten. Gutjahr beschrieb eindringlich, wie wichtig es ist, dass jeder einzelne und vor allem auch die großen Internet-Konzerne Verantwortung für die Bekämpfung von Hate Speech übernehmen.

KI und Machine Learning
Tilke Judd, Google, demonstrierte, wie der sprachgesteuerte Google-Assistant mittels künstlicher Intelligenz (KI) seinen Nutzer kennenlernt und uns zukünftig in allen Lebenslagen als virtueller Helfer begleiten wird. Ebenfalls mit KI beschäftigt sich Michael Platzer, Mostly AI. Er erläuterte, wie Maschinen lernen. Und ermutigte gerade die jungen Teilnehmer, die Zukunft mitzugestalten und sich mit KI zu beschäftigen. Eine Gruppe junger Leute, die sich bereits intensiv mit dem Thema Roboter beschäftigt, ist das Team der First Lego League der HTL Bregenz. In einer kurzen Session gaben die Schüler einen Einblick in ihre Arbeit und den spannenden Wettbewerb.

Die Wichtigkeit junge Talente zu fördern, bekräftigte auch LH Markus Wallner. Im Talk mit Moderator Gerold Riedmann gab er außerdem einen Einblick in die neu gestartete Digitale Agenda des Landes.

Menschen zusammenbringen
Dass Sebastian Kurz Kanzler wurde, verdankt er auch Philipp Maderthaner, Campaigning Bureau. Er erklärte, wie sich Menschen für eine gemeinsame Sache mobilisieren lassen: durch Zugehörigkeit, ansteckende Begeisterung, schrittweises Involvement und echte Nähe. Guido Bülow, Facebook, erzählte, wie das erfolgreichste soziale Netzwerk Medienpartnerschaften aufbaut, um qualitativ hochwertigen News-Content, für welchen User auch zu zahlen bereit sind, global verbreiten zu können.

Digitale Ländle-Power

Philipp Giselbrecht, Kästle-Ski, schilderte, wie es ihm gelang, die Marke Kästle mit kleinem Budget international auszubauen, indem er auf die Zusammenarbeit mit Influencern setzte. Und über die Herausforderung, dabei die Spreu vom Weizen zu trennen.
Weitere Best-Practice-Geschichten aus Vorarlberg lieferten die knackigen Brainsnack-Sessions. Bevor die Digitaler aus der Region ihre Cases präsentierten, gab WKV-Präsident Hans-Peter Metzler im Gespräch mit Gerold Riedmann einen kurzen Einblick in die Digitalen Perspektiven und den Standort Vorarlberg. Andreas Gähwiler, V-labs, inspirierte in gestreiften „Nuffinz“ Shorts und mit der dahinter stehenden Kickstarter-Kampagne. Thomas Fröis, TEXIBLE, entwickelt Smart Textiles und erleichtert damit beispielsweise das Leben vieler pflegebedürftiger Menschen. Anna Hatt schilderte, wie myRobotcenter als mittelständisches E-Commerce-Unternehmen Europa erobern möchte. Und Evelyne Berlinger, MASSIVE ART, erklärte, wie KI „kleine Helferlein“ für das Digital Marketing schafft.

Zukunft der Arbeit
Carl Benedikt Frey, Oxford University, ist DIE Koryphäe, wenn es um die Zukunft der Arbeit geht. Er sieht die Angst vor der Automatisierung unbegründet, weist jedoch darauf hin, wie wichtig eine gerechte Verteilung der Benefits des Fortschritts sein wird. Außerdem skizzierte er, wie Roboter und maschinelles Lernen die (Arbeits)Welt verändern, welche Arbeitsplätze verschwinden und welche Branchen neu entstehen werden.

Von der Marke zur Love Brand
Zum spaßigen Talk auf der Couch lud Host Gerold Riedmann drei Social-Media-Stars aus dem Montafon: Alexander Bitschnau, MadeMyDay, sowie die beiden Influencerinnen Linda und Anna Meixner. Und entlockte ihnen so manches Geheimnis darüber, wie eine Marke zur Love Brand und User zu Fans werden, nämlich: mit viel Herzblut und dem Fokus auf der Community.

Zukunft neu denken

Als letzte drei Speaker kamen Visionäre aus Vorarlberg zu Wort: Hubert Rhomberg, Rhomberg Holding, erfindet das Bauen neu und sieht Nachhaltigkeit als stärksten Treiber für Innovation. Er erklärte, warum in Zukunft nur diejenigen erfolgreich sein werden, die bereit sind, ihr Wissen zum Wohle aller zu teilen.

Christian Lutz und Jodok Batlogg haben sich mit ihrer crate.io. gerade ein Series A Investment von 11 Millionen Dollar geangelt und gehören mit Lösungen für die Speicherung und Nutzbarmachung von Big Data zu den Top-10 Playern weltweit. Sie sehen in Vorarlberg ein riesiges Potenzial, durch Digitalisierung Wertschöpfung im Land zu halten, es fehle aber noch am Bewusstsein bei den meisten Unternehmen. Dieses Bewusstsein zu schaffen, um Visionen zu verwirklichen und Zukunft neu zu denken – um nichts anderes geht es auch bei der Interactive West.

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